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Disaster-Recovery-Test

Disaster-Recovery-Test für Unternehmen

Ein Disaster-Recovery-Test prüft, ob die vorhandenen Sicherungen ausreichen, um zentrale Unternehmenssysteme außerhalb der eigenen Infrastruktur wieder aufzubauen. Im ITN Recovery Lab passiert das auf getrennter Infrastruktur — Ihre Produktivumgebung bleibt unberührt.

Testplan

Was vor dem Test festgelegt wird

Die Qualität eines Disaster-Recovery-Tests entscheidet sich in der Vorbereitung. Fünf Punkte, ohne die ein Test am Ende nur ein Gefühl hinterlässt.

  1. Umfang

    Welche Systeme gehören zum Test? Sinnvoll ist der Kern, der den Betrieb trägt — nicht alles, was existiert.

  2. Reihenfolge

    Welches System muss zuerst laufen? Verzeichnisdienst und Namensauflösung vor Datenbank, Datenbank vor Applikationsserver. Diese Reihenfolge ist im Ernstfall genau die Information, die fehlt.

  3. Bekannte Abhängigkeiten

    Was wissen Sie bereits über Dienste, die aufeinander warten, über fest verdrahtete Adressen und über Lizenzserver? Der Test findet den Rest.

  4. Erfolgskriterien

    Welche Prozesse müssen am Ende nachweislich funktionieren? Diese Kriterien legen Sie fest — Sie prüfen sie später auch selbst.

  5. Rollen

    ITN stellt die isolierte Umgebung bereit, führt die Wiederherstellung durch und startet die Systeme. Sie prüfen die fachliche Funktionsfähigkeit und nehmen ab. Auf Wunsch dokumentieren wir das Ergebnis.

    • ITN: Restore und Boot
    • Kunde: Funktionsprüfung
    • Dokumentation auf Wunsch
RTO und RPO

Zielwerte praktisch prüfen statt nur definieren

In vielen Unternehmen stehen RTO und RPO in einem Dokument: Die Wiederanlaufzeit soll vier Stunden betragen, der maximale Datenverlust eine Stunde. Beide Werte sind Vorgaben — keine Messwerte. Ob sie erreichbar sind, weiß niemand, solange es keinen Versuch gegeben hat.

Ein Test verschiebt die Diskussion von der Annahme zur Beobachtung. Er zeigt, wie lange die Wiederherstellung der ausgewählten Systeme tatsächlich gedauert hat, an welcher Stelle es hakte und welcher Datenstand am Ende zur Verfügung stand. Daraus wird entweder die Bestätigung Ihrer Zielwerte — oder die begründete Korrektur.

Wichtig zur Einordnung: Die gemessene Dauer eines Tests ist keine Zusage für den Ernstfall. Sie ist ein belastbarer Anhaltspunkt, wo Sie stehen — mehr als eine Zahl im Konzeptpapier, weniger als eine Garantie.

Gemessen statt geschätzt

Der Zeitbedarf ergibt sich aus dem Test, nicht aus einer Herstellerangabe.

Engstellen werden sichtbar

Meist ist es nicht die Datenmenge, sondern eine Abhängigkeit, die den Wiederanlauf aufhält.

Datenstand überprüfbar

Sie sehen am wiederhergestellten System, welcher Stand tatsächlich vorliegt.

Grundlage für Korrekturen

Ein gescheiterter Teiltest ist kein schlechtes Ergebnis, sondern der eigentliche Nutzen.

Abgrenzung

Was ein Disaster-Recovery-Test nicht ist

Damit die Erwartung stimmt, drei klare Grenzen.

Nicht

Kein Schutz

Ein Test verhindert keinen Ausfall und keinen Angriff. Er sagt nur, ob Sie danach wieder anlaufen können.

Nicht

Keine Forensik

Wir untersuchen keine Angriffe und werten keine Spuren aus. Ein Test ist eine geplante Übung, kein Notfalleinsatz.

Sondern

Ein Nachweis

Das Ergebnis ist eine überprüfte Aussage über Ihre Wiederanlauffähigkeit zum Testzeitpunkt — auf Wunsch dokumentiert.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zum Disaster-Recovery-Test

Was gehört in einen Disaster-Recovery-Testplan?

Der Umfang der zu testenden Systeme, die Reihenfolge ihrer Wiederherstellung, die bekannten Abhängigkeiten, die Erfolgskriterien und die Rollen: wer stellt wieder her, wer prüft fachlich, wer entscheidet über die Abnahme. Ohne festgelegte Erfolgskriterien lässt sich hinterher nicht sagen, ob der Test erfolgreich war.

Wie hängen RTO und RPO mit einem Test zusammen?

RTO und RPO sind Zielwerte, die ein Unternehmen für sich festlegt. Ein Test macht sichtbar, ob diese Werte unter realen Bedingungen erreichbar sind. Erst wenn eine Wiederherstellung einmal durchgeführt wurde, lässt sich der Zeitbedarf einschätzen statt schätzen.

Sagt ITN eine bestimmte Wiederherstellungszeit zu?

Nein. Wir sagen vorab keine Wiederherstellungsdauer zu, weil sie von Ihrer Umgebung abhängt — Datenmenge, Anzahl der Systeme, Abhängigkeiten und Format der Sicherungen. Was der Test tatsächlich gebraucht hat, halten wir auf Wunsch in der Dokumentation fest. Das ist eine Messung, keine Zusage.

Wie unterscheidet sich das von einem Notfallhandbuch?

Ein Notfallhandbuch beschreibt, was im Ernstfall geschehen soll. Ein Test zeigt, ob es funktioniert. Beides gehört zusammen: Die Erkenntnisse aus einem Test sind meist die wertvollsten Korrekturen am Handbuch, weil sie aus der Praxis kommen und nicht aus der Annahme.

Muss der Test die komplette IT umfassen?

Nein, und meistens ist das auch nicht sinnvoll. Aussagekräftig ist der Kern, der den Betrieb trägt. Ein Test über wenige, richtig ausgewählte Systeme sagt mehr als ein Rundumschlag ohne klare Erfolgskriterien.

Weiter im Thema: Cyber Recovery, wenn die eigene Infrastruktur nicht mehr vertrauenswürdig ist, oder Backup-Wiederherstellung testen als Einstieg. Übersicht im Recovery Lab.

Halten Ihre Wiederanlaufzeiten der Praxis stand?

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